Znaim ist eher durch seinen Wein als durch sein Bier bekannt, jedoch ist die hiesige Brautradition trotzdem langjährig. Gebraut wurde hier das Bier von 1278, als der römische König Rudolf I. der Stadt Znaim die Brau- und Meilenrechte erteilte, bis 2009, als die Bierherstellung unterbrochen wurde. Im Jahre 2015 kehrte hierher die Bierproduktion zurück, und zwar direkt an den Ort der ursprünglichen Brauerei, in die Vorburg der Znaimer Burg, wo das Bier fast 300 Jahre lang gebraut wurde.

 

Auch der nächste Bereich des ehemaligen Brauereigeländes wird in Verbindung mit diesem Trank in Form einer Ausstellung über das Brauwesen, als Filiale des Staatlichen Landwirtschaftsmuseums, genutzt. Sie befindet sich in dem interessantesten Gebäude des ehemaligen Brauereigeländes - dem Braukeller. Seine technologische Ausstattung aus dem Jahre 1930, die in den Škoda Werken in Pilsen hergestellt wurde, bildet den Kern der Ausstellung, und im Jahre 2010 wurde sie zum Kulturdenkmal erklärt. In eines der Ausstellungsstücke - den Läuterbottich - kann der Besucher sogar reingehen, ihn von innen besichtigen und in Form von Videosequenzen mit der Geschichte der Znaimer Brauerei bekannt gemacht werden. Während der Besichtigung der Ausstellung wird Ihnen der Museumsführer die Tradition und die Geschichte des Brauwesens in Znaim näherbringen und Sie mit den Hauptzutaten, die man zur Bierherstellung braucht - Wasser, Malz und Hopfen bekannt machen. Für Kinder ist eine Spielecke vorbereitet, wo sie in Form eines Erkundungsspiels mit der kleinen „Bierhefe“ auch wetteifern können.

 


DIE GESCHICHTE DER ZNAIMER BRAUEREI

Die Stadtbrauerei wurde im Jahre 1720 an der Stelle des ersten Burghofs erbaut. Die Stadt verwaltete ihre Brauerei mehr als 100 Jahre lang. Zuerst erfolgreich, da sie jedoch durch die Stadt oft vermietet wurde und sich hier viele Mieter abwechselten, ging die Brauerei fast zugrunde. In einem sehr desolaten Zustand kaufte sie im Jahre 1861 der Brauer Tomáš Maural von der Stadt ab und die Brauerei erlebte erneut einen Aufschwung. Maural investierte nicht nur in umfassende Baumaßnahmen, sondern er erbaute auch ein modernes Dampfkesselhaus und einige Keller. Das Bier wurde nicht nur in die umliegenden Städte und Dörfer geliefert, sondern auch nach Österreich.

 

Im Jahre 1885 entstand direkt hinter der Mauer eine neue Brauerei, die von Rudolf Wotzilka. Beide Brauereien (Maurals und Wotzilkas) verloren nach dem I. Weltkrieg ihren Umsatz und hatten mit Existenzproblemen zu kämpfen. Deshalb konnten die beiden Unternehmen 1924 nach einer gemeinsamen Einigung fusionieren und es entstand eine neue Firma mit dem Namen „Die erste Znaimer Brauerei und Mälzerei, Aktiengesellschaft“. Die Ereignisse des II. Weltkriegs hatten zu Folge, dass die gut prosperierende Brauerei im Jahre 1947 verstaatlicht wurde. Sie wurde unter die Mittelmährischen Brauereien eingegliedert und ab 1960 sicherten die Südmährischen Brauereien die Produktion.

 

Im Jahre 1993 wurde das Unternehmen durch die Gesellschaft Hostan GmbH privatisiert. Diese Marke ist vom Znaimer Bier seit der 1970er nicht mehr wegzudenken. Hostan war eine wirkliche historische Figur. Sein Name kommt schon im Jahre 1363 in den Erbbüchern, tsch. Losunkové knihy, vor, wo er als einer der vielen Bürger, die das Braurecht in Znaim besaßen, angeführt wird. Der Gestalter des ursprünglichen Logos ist der Znaimer Künstler Miloslav Smutný.

 

Im Jahre 2001 wurde Hostan durch das Brünner Starobrno aufgekauft und anschließend wechselten im Jahre 2003 beide Gesellschaften unter die Marke Heineken, die im Jahre 2009 die komplette Produktion aus Znaim nach Brünn umsiedelte. Das Brauereigelände kaufte dann die Stadt ab. Seit 2014 mietet einen Teil der Räumlichkeiten die Gesellschaft Znaimer Stadtbrauerei. Damit beginnt sich die neuzeitliche Geschichte der Bierherstellung in Znaim zu schreiben.

 

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